Wissenschaft & Wissen für Eltern
Tragen & Schlafen
Viele Eltern spüren intuitiv, dass Nähe, Tragen und ein bindungsorientierter Umgang ihrem Kind guttun. Gleichzeitig tauchen Fragen auf:
Ist das wirklich gut für die Entwicklung?
Gibt es dafür wissenschaftliche Erkenntnisse?
Auf dieser Seite sammle ich ausgewählte Studien, Fachartikel und Veröffentlichungen rund um Tragen und Schlafen. Alle Inhalte sind zur Originalquelle verlinkt, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt.
Mein Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zugänglich, einordnend und alltagsnah zur Verfügung zu stellen – als Ergänzung zu Erfahrung, Intuition und persönlicher Begleitung.
Tragen
Ergonomie und körperliche Entwicklung
Studien in diesem Bereich befassen sich mit der Haltung des Babys beim Tragen sowie möglichen Auswirkungen auf Hüftentwicklung, Wirbelsäule und Muskelspannung.
Babytragen & Hüftentwicklung – medizinische Einschätzung
(International Hip Dysplasia Institute) 09.05.2023
Das International Hip Dysplasia Institute stellt zusammen, wie Tragen die Hüftentwicklung beeinflussen kann und worauf bei der Wahl und Einstellung von Tragehilfen geachtet werden sollte.
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Untersuchung der Hüftposition und Muskelaktivität von Säuglingen in gängiger Babyaussattung und orthopädischen Geräten
(PubMed) 05.2021
Sie untersucht, wie sich Hüftstellung und Beinmuskulatur bei gesunden Säuglingen in verschiedenen Positionen einschließlich Babytragen verhalten – und liefert wissenschaftliche Messdaten zur Hüftentwicklung im Kontext von Tragepositionen.
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Platter Hinterkopf beim Baby – alles nur lagerungsbedingt?
(Kinder-verstehen.de) ca. 2020/2021
Dieser Artikel beleuchtet mögliche Ursachen eines abgeflachten Hinterkopfes bei Babys und ordnet ein, welche Rolle Lagerung, Bewegung und Körperhaltung im Alltag spielen. Er hilft, vorschnelle Schuldzuweisungen zu vermeiden und den Blick auf präventive Maßnahmen zu richten.
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Wie sich das Hüftgelenk gesund entwickelt
(Orthinform) 17.11.2020
Der Beitrag beschreibt die gesunde Entwicklung des Hüftgelenks im Säuglingsalter und erklärt, warum bestimmte Bein- und Hüftstellungen als unterstützend für die Hüftreifung gelten.
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Positionierung und Babygeräte beeinflussen die Aktivität der Rückenmuskulatur von Säuglingen
(PubMed) 07.05.2020
Untersucht die Aktivität der Nacken- und Rückenmuskulatur von Säuglingen in verschiedenen Haltungen, darunter auch im Babytrage-Carrier. Sie zeigt, dass Tragen oder Halten im Arm im Vergleich zu längeren Zeiten in Containment-Geräten wie Autositzen Muskelaktivität unterstützt.
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Anhock-Spreizstellung beim Tragen fördert die gesunde Entwicklung der Babyhüfte
(Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie) 22.05.2018
Dieser Fachartikel erklärt aus orthopädischer Sicht, warum die Anhock-Spreizstellung als hüftfreundliche Position gilt und welche Bedeutung sie für die Reifung des Hüftgelenks im Säuglingsalter hat.
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Bindung und emotionale Entwicklung
Nähe und feinfühlige Reaktionen der Eltern sind zentrale Elemente früher Bindung. Die folgenden Veröffentlichungen beleuchten den Zusammenhang zwischen Tragen, Bindungsentwicklung und dem einfühlsamen Reagieren auf kindliche Signale.
Miteinander durch die Babyzeit: Sicher Eltern werden. Entwicklung begleiten
(Inkel Hummel) 15.09.2022
Dieses Buch begleitet dich durch das erste Babyjahr und legt den Schwerpunkt auf Bindung, Nähe und die emotionale Begleitung deines Kindes. Die Autorin gibt praxisnahe Tipps zu Themen wie Urvertrauen, Eltern-Kind-Beziehung, Nähe-Bedürfnis, Alltag mit Baby sowie Selbstfürsorge. Es ist ein einfühlsamer Ratgeber, der hilft, die frühe Zeit gemeinsam und in sicherer Beziehung zu gestalten.
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Tragepraktiken und Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit von Eltern und Kind
(Review-Artikel) 07.2022
Dieser Übersichtsartikel fasst verschiedene Studien zusammen und beschreibt unter anderem, wie Tragen mit Bindung, elterlichem Wohlbefinden und emotionaler Entwicklung von Kindern zusammenhängt.
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Tragen aus kinderärztlicher Sicht
(kinder-verstehen.de) 03.06.2017
In diesem Artikel beschreibt der Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster das Tragen aus medizinischer und entwicklungspsychologischer Perspektive. Er ordnet ein, welche Bedeutung Nähe, Körperkontakt und elterliche Begleitung für die kindliche Entwicklung haben können und räumt mit verbreiteten Sorgen rund um das Tragen auf.
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Tragen – ist das gut für ein Kind?
(kinder-verstehen.de) ca. 2015/2016
Dieser Beitrag erklärt aus entwicklungspsychologischer Perspektive, warum Tragen für viele Kinder eine positive emotionale und soziale Wirkung hat. Es geht um Nähe, Sicherheit und die Bedeutung von Körperkontakt für die kindliche Entwicklung.
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Körpernahes Tragen von Säuglingen – Gut für Mutter und Kind
(thieme-connect.com) 04.03.2011In diesem Artikel wird erklärt, wie körpernahes Tragen von Babys nicht nur körperliche Effekte hat, sondern auch positive Auswirkungen auf Bindung, Geborgenheit und emotionales Wohlbefinden. Die Autorin geht darauf ein, dass Nähe und Rhythmus im Tragetuch dem Baby Sicherheit geben und Reaktionen wie Beruhigung, Kontaktaufnahme und emotionale Regulation unterstützen können.
Darüber hinaus beleuchtet der Beitrag, wie Tragen dabei hilft, Schreiphasen zu verringern und dem Kind die sichere Orientierung in einer neuen Umgebung zu erleichtern.
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Sicherheit und Physiologie
Beim Tragen spielen sowohl Sicherheitsaspekte als auch körperliche Prozesse eine wichtige Rolle. Die folgenden Studien und Fachartikel beschäftigen sich mit Themen wie Atmung, Temperaturregulation und anderen physiologischen Grundlagen im Zusammenhang mit dem Tragen von Babys.
Atmung des Neugeborenen im Tragetuch
(idw-online.de) 29.08.2000
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Atmung von Neugeborenen im Tragetuch und ordnet aus physiologischer Sicht ein, worauf beim Tragen besonders geachtet werden sollte. Er erklärt grundlegende Zusammenhänge zwischen Haltung, Atmung und Sicherheit und trägt dazu bei, Unsicherheiten rund um das Tragen kleiner Babys zu reduzieren.
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Babys nicht mit dem Gesicht nach vorn tragen
(ÄrzteZeitung.de) 26.03.2012
Der Autor erläutert, warum das Tragen von Babys mit dem Gesicht nach vorne kritisch gesehen wird. Thematisiert werden unter anderem Überstimulation, eingeschränkte Selbstregulation sowie mögliche Auswirkungen auf Atmung und Stressverarbeitung des Babys.
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Experten-Statement zu den Warnungen vor dem Tragen von Babys
(Dr. Evelin Kirkilionis) 04.2010
In diesem Expertenstatement setzt sich die Autorin mit Warnungen rund um das Tragen von Babys auseinander und ordnet diese fachlich ein. Besonderes Augenmerk liegt auf der sogenannten Wiege-Position im Tragetuch, die kritisch betrachtet wird. Der Artikel erklärt, warum diese Trageweise aus physiologischer Sicht nicht empfohlen wird und welche möglichen Risiken für Atmung und Sicherheit des Babys bestehen können.
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Besondere Situationen
Manche Babys und Familien befinden sich in besonderen Situationen, etwa bei Frühgeburt, erhöhtem Regulationsbedarf oder individuellen körperlichen Voraussetzungen. Die hier gesammelten Veröffentlichungen befassen sich mit der Bedeutung des Tragens unter diesen speziellen Bedingungen.
Tragen als Therapie
(tragenetzwerk.de) 10.11.2025
In diesem Fachbeitrag beschreibt die Kinderphysiotherapeutin Birgit Kienzle-Müller, wie Tragen in der therapeutischen Begleitung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen sinnvoll eingesetzt werden kann. Der Artikel erklärt, wie Tragen motorisches Lernen, Körperspannung, Gleichgewicht, Koordination und Selbstregulation unterstützen kann und bei verschiedensten Diagnosen – von Frühgeburt über Regulationsstörungen bis hin zu Bewegungs- und Haltungsschwierigkeiten – therapeutisch hilfreich wirkt. Dabei wird betont, dass das therapeutische Tragen immer in Rücksprache mit medizinischen Fachpersonen und individuell begleitet stattfinden sollte.
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Schlafen
Schlafentwicklung & Biologie
Diese Studien erklären, wie sich Babyschlaf entwickelt und warum häufiges Aufwachen biologisch normal ist.
Das Wichtigste zum Schlaf im ersten Lebensjahr
(kindergesundheit-info.de) 26.09.2025
Dieser evidenzbasierte Überblick erklärt, wie sich Babyschlaf im ersten Lebensjahr entwickelt – vom Tag-Nacht-Rhythmus über längere Schlafphasen bis zu typischen Veränderungen ab etwa sechs Wochen. Eine gute Basis, um zu verstehen, was normal ist und was nicht.
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Warum Säuglinge anders schlafen
(Thieme-connect.com) 2020
In diesem fachlich fundierten Artikel erklärt der Kinderarzt, wie Babys ihren Schlaf biologisch entwickeln: Babys schlafen nicht nur dann, wenn sie müde sind, sondern brauchen ein Gefühl von Sicherheit und Schutz. Da Teile des Gehirns, die Schlafrhythmen steuern, noch nicht ausgereift sind, ist der Schlaf in kurzen Intervallen normal. Dieser Beitrag hilft Eltern zu verstehen, warum Babys so schlafen, wie sie es tun, und warum Nähe, Ruhe und emotionales Wohlbefinden Schlüssel für guten Schlaf sind.
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Nähe, Bindung & Schlaf
In diesem Bereich geht es um den Zusammenhang zwischen Nähe, Bindung und dem Schlafverhalten von Babys und Kleinkindern.
Gemeinsames Schlafen als unmittelbarer Kontext für die Entwicklung von Säuglingen: Die Bedeutung der körperlichen Berührung
(sciencedirect.com) 11.2019
Diese wissenschaftliche Übersichtsarbeit fasst zusammen, wie gemeinsames Schlafen (Co-sleeping) neuropsychologisch, bindungs- und entwicklungsbezogen wirkt. Sie zeigt, dass Nähe während des Schlafens nicht nur Auswirkungen auf Bindung, sondern auch auf elterliche Wahrnehmung und Reaktion hat. Gleichzeitig muss immer auf sichere Rahmenbedingungen geachtet werden.
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Schlaf aus bindungstheoretischer Sicht
(familienhandbuch.de)
Aus entwicklungspsychologischer Perspektive gibt dieser Artikel Empfehlungen, warum Babys oft am besten in der Nähe der Eltern schlafen – z. B. im gleichen Raum, in einem Beistellbett oder ähnlichen Arrangements. Er verbindet Bindungstheorie mit praktischen Schlafsituationen.
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Sicherheit im Schlaf
Wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen zur sicheren Schlafumgebung und zu schützenden Faktoren stehen hier im Fokus.
Risikofaktoren für gemeinsames Schlafen
(ncbi.nlm.nih.gov) 04.2021
Dieses evidenzbasierte Review untersucht, welche Faktoren beim gemeinsamen Schlafen bzw. im gleichen Bett mit dem Risiko für SUDI/SIDS zusammenhängen. Es beleuchtet z. B. Risiken beim Schlafen auf Sofas, weichen Matratzen oder mit zusätzlichem Bettzubehör und zeigt, welche Rahmenbedingungen sicherer sind.
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Entscheidungsfindung für die Schlafumgebung von Säuglingen in Familien mit Kindern, die als gefährdet für den plötzlichen unerwarteten Kindstod gelten:
(Thieme-connect.com) 05.03.2021
Diese Studie beschreibt, wie Entscheidungen von Familien zum Schlafplatz eines Babys getroffen werden und wie sichere Schlafumgebungen (z. B. Bauchlage vermeiden, Rauchfreiheit, keine übermäßige Bettwäsche) helfen können, SUDI zu reduzieren.
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Schlafen & Stillen
Stillen und Schlaf beeinflussen sich gegenseitig. Die folgenden Artikel beleuchten diese Zusammenhänge aus biologischer und entwicklungspsychologischer Sicht.
Bewertung des Zusammenhangs zwischen Schlafgelegenheiten und Stillen bei Säuglingen
(jpedres.org) 14.09.2023
Diese epidemiologische Studie zeigt, dass gemeinsames Schlafen (z. B. im Elternbett) mit einer Reihe von Risiken – z. B. Überhitzung, Atemwegsengstellen und erhöhtem SIDS-Risiko – verbunden sein kann, auch wenn es kulturell verbreitet ist. Sie macht deutlich, dass Elternrisiken bewusst abgewogen werden sollten.
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Mein Herz schlägt für Familien
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